Deutsche PCP-Verordnung. Lexikon


Penthachlorphenol:

ein desinfizierendes, pilztötendes Pulver, war bei Tierversuchen krebserregend,
es gelangt über Hautkontakt in den Körper.
Es ist auffällig geworden z.B. bei Arbeitshandschuhen aus Asien, die im Ursprungsland in Containern in Folie verpackt wurden und im Schiff mehrere Klimazonen durchfuhren. Hierbei schwitzten die Handschuhe in der Folie und schimmelten.

Die deutsche PCP-Verordnung gestattet max. 5 mg/kg Fertigprodukt, dies ist der weltweit strengste und zweifellos sinnvolle Wert.
Wir attestieren für unsere Produkte die absolute PCP-Unbelastung = PCP-frei.

Grundsätzlich kommen in Deutschland erzeugte Möbelleder aus deutscher Rohware gar nicht mit PCP in Berührung und sind daher PCP-frei. Die obige PCP-Verordnung ist nicht für deutsche Leder erstellt sondern für Leder und Lederprodukte als Importware (Möbel, Lederbekleidung, Lederwaren u.a.), da diese teilweise auch heute noch dazu Anlass geben können.


Eine oft gestellte Frage:

Was ist der Unterschied zwischen naturbelassenem Leder und Anilinleder? Naturbelassene Leder wurden früher mit Anilinfarben gefärbt und  als „Anilinleder“ bezeichnet. Diese Farben sind heute nicht mehr erlaubt. Gefärbt wird mit synthetischen Farben. Das Ergebnis war früher und ist heute das „naturbelassene Leder“, eben ohne Pigmentierung auf der Oberfläche.


 

Weitere Stichworte:

Bedarfsgegenständeverordung

Zur Färbung von Lebensmitteln, Stoff, Leder uva. werden u.a. AZO-Farbstoffe eingesetzt. Da es AZO-Farbstoffe gibt, wenn auch wenige, die Amine enthalten, die sich abspalten können und bei direktem Hautkontakt Krebs erregen können, greift hier die BGStV. Sie nennt 20 Amine, die in Azofarbstoffen vorkommen können und daher deren Einsatz verbietet. In der Regel attestieren die meisten deutschen Gerber den Verzicht auf jegliche AZO-Stoffe. Somit wird in Deutschland gefertigtes Leder mit dem Prädikat „frei von AZO-Stoffen“ angeboten.

Polsterledergüterichtlinien (siehe unsere technischen Datenblätter)

 

Verbände der Leder- und Polstermöbelindustrie haben u.a. vereinbart:

Lichtechtheitsstufen: Anilin 3, pigmentiert 4, gedeckt 5
Besonderheiten: weißes Leder: Darf nach 3 Tagen Dunkellagerung bei 50 Grad Celsius keine Vergilbung zeigen.
Reibechtheit trocken, nass und Schweiß
Dauerfaltverhalten im Flexometer, 20.000 Knickungen dürfen keine Beschädigung der Zurichtung bewirken.
Weiterreißfestigkeit
Prüfungen über zB. Filk, Freiberg oder andere.

Dem Kenner, der aus Überzeugung Lederpolstermöbel kauft, ist bewusst, dass Naturmerkmale einer Garnitur erst den natürlichen, unverwechselbaren Charakter verleihen.

Diese Merkmale können sich unterschiedlichst darstellen, z.B. in Form von Narben, durch Heckenrisse hervorgerufen, oder Hornstöße, Kampfspuren von Weidevieh. Auch Adern, Mast- und Halsfalten, Insektenstiche etc. sind unverwechselbare Merkmale, ebenso wie Striegelstriche, die sich als Zeichen gut gepflegten Stallviehs in der Hautoberfläche verewigen Unterschiedliche Hautdichte führt z.B. zu leicht unterschiedlicher Farbaufnahme und damit zwangsläufig zu gewissen Farbschwankungen innerhalb einer Haut.

Dies alles gilt grundsätzlich sowohl für Glattleder, die durch keinen Farbpigmentauftrag farblich egalisiert sind, als auch für Nubuk-Leder. Bei nubukierten Ledern handelt es sich um narbenseitig geschliffene Leder mit samtartiger Oberfläche, die uni oder auch durch Prägungen optisch angereichert sein können. Da jede in einer Haut vorhandene Narbe eine Verdichtung der Lederstruktur darstellt, nimmt die Narbe beim Färbvorgang die Farbe etwas unterschiedlich auf. In der Regel stellen sich Narben im Endprodukt etwas heller dar. Grundsätzlich gilt: Bei allen Naturmaterialien können leichte Farbunterschiede auftreten. Diese begründen jedoch keine Reklamation.

Selbstverständlich achtet der Fachmann bei der Herstellung des Möbels darauf, dass derartige Stellen in der Garnitur nicht zu konzentriert auftreten und, wenn möglich, im Sitzbereich vermieden werden. Ganz auszuschließen ist die Verarbeitung in diesen Bereichen jedoch nicht.

Die genannten Erscheinungsbilder mindern in keiner Form die Qualität und werden vom Kenner eher geschätzt, da sie die Echtheit des Produkts beweisen.

Alle obigen Angaben sind nach bestem Wissen und Gewissen erfolgt. Eine Rechtsverbindlichkeit besteht nicht.